Die Willkür des Herrn Müller

Vor einigen Wochen habe ich bereits darüber berichtet, dass der vom Bezirk gefeierte Investor Reinhard Müller und seine EUREF offensichtlich den Vertrag für die Nutzung des Gasometers als Werbefläche gebrochen haben. Dieser besagte, dass mit der Sanierung spätestens neun Monate nach Betriebsbeginn begonnen werden soll. Inzwischen sind fast 14 Monate verflossen. Vom Bezirksamt hört man dazu: nix. Dabei könnte die Betriebserlaubnis laut Vertrag entzogen werden. Stattdessen wurden die Anwohner nun kalt erwischt, mussten sie doch erfahren, dass das Zelt im Inneren des Gasometers klammheimlich als Partylocation mit allen unangenehmen Folgen geplant wurde. Am 6. und 8. Oktober musste bereits die Polizei eingeschaltet werden, um für Ruhe zu sorgen. Wird auf der Homepage der Euref noch das Deckmäntelchen „Energie“ zur Nutzung des Ortes benutzt („Veranstaltungen aller Art – vornehmlich natürlich zum Generalthema Energie“), liest sich das auf der aufwendig gestalteten Seite Berlin-Gasometer schon anders: „… bildet den Rahmen für künftige Events aller Art: Es werden von Produkteinführungen, Showcases, Incentives, Fashionshows bis hin zu Ausstellungen, Kongressen oder Gala Dinners stattfinden.“ Hier macht man sich also gar nicht mehr die Mühe, mit dem Thema „Energie“ den politisch korrekten Ton zu treffen und so die Verantwortlichen einzulullen. Was „Fashionshows“ mit Energie zu tun haben, fragt sich der Laie schon. Und was „Incentives“ sind, will ich eigentlich gar nicht wissen. Es geht Müller und Co. einzig und allein um die Verfolgung seiner persönlichen (monetären) Interessen. Dass mit diesem Brimborium gleichzeitig zugegeben wird, dass die EUREF nicht im Entferntesten daran denkt, ihre Zusagen zur Sanierung einzuhalten, muss nicht weiter betont werden. Die Bewohner wundern sich allerdings nicht weiter, dass das Bezirksamt nicht einschreitet, wurden ihre Interessen bisher auch nicht berücksichtigt, ihre Warnungen in den Wind geschlagen. Offensichtlich kann mit dem Gelände geschehen, was Herrn Müller gerade so einfällt, von Partylocations war auf keiner Bürgerversammlung die Rede. Bei diesem Bezirksamt und diesem Baustadtrat kann einem angst und bange werden, was auf dem GASAG-Gelände künftig noch alles geschehen wird.

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1 Antwort

  1. Lars Oberg sagt:

    Die gute Nachricht für alle Anwohner ist, dass wohl noch keine weitere Anträge beim Bezirksamt auf nächtliche Feiern eingegangen sind. Das heißt aber nicht, dass dies so bleiben muss. Um so wichtiger ist es, dass die vom Bezirksamt angeordnete Lärmmessung, die während der beiden Partynächte durchführt wurden, vollständig ausgewertet werden. Die Angaben zahlreicher Anwohner legen nämlich nahe, dass nicht nur die Lärmgrenzen überschitten wurden, sondern auch entgegen der Genehmigung des Bezirksamtes die Veranstaltung deutlich länger als 23 Uhr ging. Das ist nicht nur eine Frechheit gegenüber uns Anwohnern, sondern auch eine Ordnungswidrigkeit. Sollte es ein nächstes mal geben, dann erwarte ich, dass die Polizei genau das gleiche tut, was sie bei z.B. WG-Partys auch immer macht, nämlich den Stecker ziehen und zur Not den Verstärker mitnehmen. Herr Müller kann diesen dann am nächsten Tag auf dem Abschnitt 42 in der Hauptstraße wieder abholen kann.

    Ganz grundsätzlich sollte das Bezirksamt noch einmal prüfen, eine derartige Vergnügungsstätte im Gasometer überhaupt genehmigt werden kann, wenn sie mit einer massiven Beeinträchtigung der Anwohner einhergeht. Festzuhalten bleibt darüber hinaus, dass von EUREF außer Krach und blinkenden Bildern nicht mehr viel übrig geblieben ist! Sage keiner er sei vorher nicht gewarnt worden.

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