Klein aber fein: Das West-Alliierten-Museum

Union Jack und Stars and Stripes

Das kleine private West-Alliierten-Museum in der Naumannstraße zu besuchen hatte ich mir schon seit langer Zeit vorgenommen – und es hat sich gelohnt. Es ist eine Reise in die Vergangenheit und in die West-Berliner Kindheit mit vielen Aha- und Achja-Effekten. Die Panzer-Kolonnen der US-Armee, die wir staunend mit zugehaltenen Ohren vom sicheren Zaun aus bestaunt haben, knattern wieder im Ohr, die Trompeten-Fanfare Punkt 17 Uhr, die über halb Steglitz von den MCNair Barracks herüber schallte, erklingt wieder – und dann gab es natürlich das Deutsch-Amerikanische Freundschaftsfest am Hüttenweg mit den Gerüchen nach Popcorn, gegrillten Steaks und Hamburgern, die wieder in die Nase steigen. Bis heute hat meine Familie enge Verbindungen zu amerikanischen Freunden, die in den Siebziger Jahren in Berlin stationiert waren. Es ist ein wichtiger Teil der Berliner Geschichte.


Historische Schilder
Der Verein West-Alliierte in Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, an den Aufenthalt von Amerikanern, Briten und Franzosen von 1945 bis zum Abzug 1994 zu erinnern. Die Erinnerungsstücke wie Plakate, Orden, Uniformen oder Care-Pakete drängen sich in den kleinen Räumen dicht an dicht – und es werden von Jahr zu Jahr mehr, auch durch Spenden. Zu besonderen Anlässen gibt es Sonderausstellungen, momentan zum 70. Jubiläum des AFN, des American Forces Network, der ebenfalls bis 1994 aus der Saargemünder Straße in Dahlem sendete.
West-Alliierten-Museum
Seit 2009 existiert das Museum, das ohne öffentliche Mittel auskommen muss und auf Spenden angewiesen ist. Dabei ist der Verein gut vernetzt und unterhält zahlreiche Kontakte in alle Welt: Selbst der legendäre 92-jährige Rosinenbomber-Pilot Gail Halvorsen ließ es sich vor kurzem nicht nehmen, das Museum in der Naumannstraße 33 zu besuchen.
Geöffnet sind die Räume Mittwochs von 12-18 Uhr, am Wochenende von 11-18 Uhr; der Eintritt ist frei. Wer möchte kann aber spenden, um dieses kleine, aber feine Museum – wie die Macher es selber bezeichnen – zu unterstützen.

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1 Antwort

  1. Vielen Dank für diesen Artikel der super geschrieben ist und unseren Verein mit dem Museum sehr gut wieder spiegelt. DANKE

    R. Schulz
    1. Vorsitzender

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