Der Engel von der Insel

Die berühmteste Bewohnerin der Insel war zweifelsfrei Marlene Dietrich. Das Geburtshaus des Weltstars, von denen es in Deutschland nicht gerade viele gab und gibt, steht in der Leberstraße 65. Gleich zwei Gedenktafeln sind neben die Tür geschraubt um „der Dietrich“ zu gedenken. Am 27. Dezember 1901 wurde sie als Magdalene Dietrich in Schöneberg geboren, auch wenn sie stets 1904 als ihr Geburtsjahr angegeben hatte, wie das eine echte Diva halt so macht. Die ersten Lebensjahre verbrachte sie auf der Roten Insel in der Leberstraße, die damals noch Sedanstraße hieß. Die zunächst geplante Karriere als Konzertgeigerin musste sie wegen einer Sehnenentzündung aufgeben und entschloss sich daraufhin, es mit der Schauspielerei zu versuchen. Max Reinhardt engagierte sie für ihre erste Bühnenrolle am Deutschen Theater und auch in die nach ihm benannte Schauspielschule verschaffte sie sich Zutritt. In mindestens 16 Stummfilmen wirkte sie ab 1922 mit, die sie später alle verleugnen sollte. Weitere Tonfilme folgten, in denen sie auch schon Hauptrollen übernahm, bis zu ihrem großen Durchbruch, mit dem man sie bis heute verbindet: Der blaue Engel. Als Lola Lola gelang ihr der Aufstieg zum Weltstar und eine wirklich große Hollywood-Karriere sollte folgen. Die Dietrich war einer der wenigen Film-Stars, die allen Versuchungen und Angeboten der Nazis und vor allem Goebbels widerstand und sich klar gegen Deutschland während der Nazi-Diktatur positionierte – eine Eindeutigkeit, die ihr jahrelang von etlichen Deutschen vorgeworfen wurde. Seit Ender der 70er Jahre zog sich Marlene Dietrich in ihre Pariser Wohnung zurück, wo sie dann auch 1992 verstarb. Beigesetzt wurde sie in Friedenau auf dem Friedhof in der Stubenrauchstarße; 2002 erhielt Marlene postum die Ehrenbürgerschaft Berlins. Eine Straße hat sich auf der Roten Insel bislang nicht gefunden, um ihren Namen zu tragen, immerhin gibt es den Marlene-Dietrich-Platz im Neubauviertel am Potsdamer Platz.

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