Wen wählen?

Noch einen Monat bis zur Bundestagswahl und allmählich stelle ich mir die Frage, wen soll ich eigentlich diesmal mit meiner Stimme beglücken, vor allem mit meiner ersten? Zunächst ein paar statistische Grundlagen: Die Rote Insel befindet sich im Wahlkreis 82 Tempelhof-Schöneberg. Bei der Wahl 2005 gab es 234.161 Wahlberechtigte, die Wahlbeteiligung lag bei 79,3 % und gewählt wurde Mechthild Rawert von der SPD knapp vor Peter Rzepka (CDU, 32,9%). Renate Künast (Grüne) erreichte 21,0 %. Dieses Jahr treten beide Frauen erneut an, hinzu kommt Jan-Marco Luczak von der Union, Figen Izgin (Linke) und Holger Krestel (FDP). Andere Bewerber erwähne ich hier bewusst nicht. Also beginne ich mal auszusieben: FDP und Linke sind verschenkte Stimmen und führen bei mir zu heftigen Abwehrreaktionen. Die Slogans der Liberalen („Leistung muss sich wieder lohnen“) sind dermaßen abgekaut und laaangweilig, dass man sich fremdschämen muss. Die Linke im Berliner Senat beweist nun schon seit Jahren, dass sie zur Not auch unsoziale Politik betreiben kann. Wozu braucht man sie also, außer um die SPD zu ärgern? Bleiben noch drei Kandidaten. Hier die Gründe, warum ich Luczak nicht wähle:

  • Doppelvorname
  • hat auf den Plakaten Doktortitel nötig
  • Wehrdienstabsolvent
  • jungscher Karrierejurist
  • Lichtenrader JU-Karriere

Das mögen alles ehrenwerte Eigenschaften sein und nicht gerade politische Gründe, aber wenn einem nun alles unsympathisch erscheint, sollte man doch die Finger davon lassen. Nebenbei bemerkt, habe ich noch nie nicht links gewählt und auch diesmal gilt es vor allem, Schwarz-Gelb zu verhindern. Also Künast oder Rawert? Ich tendiere momentan zur grünen Vorzeigefrau. Die Sozen haben mich die letzten Jahre wahrlich nicht überzeugt und ich rede gar nicht unbedingt von Hartz IV oder Afghanistan sondern von der Unfähigkeit zur Geschlossenheit. Die Kreisverteidigerin hat eine typische SPD-Biographie (Sozialpädagogin, Frauenbeauftragte an der Charite), die mich – nun ja – nicht gerade vom Hocker haut. Von Künast weiß ich zumindest, dass sie für eine Verbraucherpolitik steht, die ich unterstützen kann, dass sie im Wahlkreis verwurzelt ist und durchaus dafür steht, was sie sagt. Manchmal kann sie auch auf die Nerven gehen, wie gerade in der extrem peinlichen Sendung „Abgeordnet“. Es besteht allerdings die Gefahr, dass die Stimmen zwischen den Kandidatinnen so aufgesplittet werden, dass Dr. Jan-Marco der lachende Dritte ist. Wahrscheinlich entscheide ich mich erst wieder in der Kabine endgültig.

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