Fünf Jahre Südi

copyright: Denis Apel (stadardo)

Während der Hauptbahnhof in diesen Tagen mit viel Brimborium anlässlich seines fünften Geburtstags gefeiert wird, gerät seine kleine Schwester, das Südkreuz, mal wieder in Vergessenheit. Dabei ging der zweitwichtigste Bahnhof Berlins am selben Tag, dem 27. Mai 2006, ans Netz. Also müssen wir an dieses Co-Jubiläum erinnern. Inzwischen ist die Station nicht mehr aus dem Berliner Eisenbahnverkehr wegzudenken. Auch wenn das Südkreuz nicht so stark frequentiert wird wie einst prognostiziert, scheinen die Südwest-Berliner ihn inzwischen als „ihren“ Bahnhof akzeptiert zu haben – die Bahnsteige sind jedenfalls deutlich stärker bevölkert als noch in den ersten Monaten nach der Eröffnung. Die Geschäfte in den beiden Hallen werden unterschiedlich gut besucht. Der Supermarkt scheint gute Geschäfte zu machen, während man beim Friseur in der Ost-Halle eigentlich nie warten muss. Der Laden vom China-Imbiss gegenüber steht bereits mehrere Jahre leer, neue Mieter scheinen sich nicht zu finden, während beide Hamburger-Brater offensichtlich genügend Buletten loswerden.
Ähnlich wie der Hauptbahnhof ist aber auch der Südi bis heute nicht vollständig, abgesehen davon, dass die vollmundig prognostizierte Bebauung mit Hotels und Konferenzzentren (erwartbar) bislang nicht begonnen wurde. Der östliche Vorplatz (geplante Fertigstellung Oktober 2010) müsste demnächst wohl, vielleicht, möglicherweise, seiner Bestimmung übergeben werden. Von den geplanten Parkhäusern ist zur Zeit nicht die Rede, werden aber wohl auch nicht benötigt. Ändern könnte sich das eventuell nächstes Jahr mit der Eröffnung des neuen Flughafens und der Einrichtung des Flughafenzubringers, der dann – wenn die Bahn es auf die Reihe bringt – wahrscheinlich zweimal in der Stunde vom Hauptbahnhof über Potsdamer Platz und Südkreuz nach Schönefeld pendeln wird. Natürlich nicht auf direktem Weg über die Dresdner Bahn, deren Wiederaufbau weiter in den Sternen steht und offensichtlich weder vom Senat noch von der Bahn wirklich gewollt wird. Zumindest könnten die zusätzlichen Passagiere zum Flughafen dem Bahnhof und dem Umfeld einen zusätzlichen Schub geben.
Für die Inselbewohner ist der Südi jedenfalls nicht mehr wegzudenken, auch wenn der direkte Zugang durch den nordwestlichen Eingang immer noch als „nicht offiziell“ gekennzeichnet ist. Und wenn in ein paar Jahren die S-Bahn dann wieder zuverlässig fahren sollte – ach wäre das schön…

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1 Antwort

  1. berlinhbf sagt:

    Der Südi steht halt immer im Schatten des Hauptbahnhofs, was Vor- und Nachteile hat. Aber vergessen wird er nicht, zumindest nicht von uns. Der eigentliche Geburtstag ist sowieso erst nächste Woche. Dann hoffentlich mit fertigem Vorplatz.:-)

    Wünschenswert wären ja noch Aufzüge direkt vom Bahnsteig zu den Parkdecks – Vorleistungen sind ja schon da.

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